Spermiogramm nach den neuen WHO-Richtlinien

Das Manual der World Health Organisation (WHO) ist die maßgebliche Grundlage zur Ejakulatdiagnostik. In der 5. Auflage des WHO-Manual wird die Ejakulatanalyse, Spermienpräparation und Qualitätssicherung beschrieben. Die neuen Grenzwerte basieren auf einer Studie mit mehr als 4.500 Männern und haben sich im Vergleich zu dem Manual der 4. Auflage wie nachfolgen beschrieben verändert:

  Unterer Grenzwert 2010 Referenzwert 1999
Ejakulatvolumen (ml) 1,5 2,0
Gesamtzahl (Mio.) 39 40
Spermienkonzentration (ml) 15 20
Progressive Motalität (%) 32 50
Gesamtmotalität (%) 40
Vitalität (%) (Eosin-Test) 58 75
Normale Formen 4 14
Peroxidase-positive Leukozyten < 1 Mio./ml
MAR-Test < 50 % mobile Spermien mit anhaftenden Erythrozyten

Bei der Motalität wird im Rahmen der neuen WHO-Richtlinie nur noch zwischen progressiver [PR; frühere Kategorie: A (rasch) und B (langsam progressiv] und nicht-progressiver Beweglichkeit [NP; frühere Kategorie: C-Spermien] oder Immotilität [frühere Kategorie: D-Spermien] unterschieden. Der neue untere Grenzbereich beträgt somit 32 % für den Anteil der progressiven Spermien (PR) und 40 % der gesamtbeweglichen Spermien (PR + NP).

Die vorgenannten Werte sind jedoch zur Bestimmung der Leistungspflicht einer privaten Krankenversicherung ungeeignet, vgl. Ausführungen bei Kostenerstattungen.

(Quelle: World Health Organisation, WHO Laboratory Manual fort he Examination of Human Semen and Sperm-Cervical Mucus Interaction, 5. Auflage; http://whqlibdoc.who.int/publications/2010/9789241547789_ger.pdf

______________________________________________
Informationen zu den Leistungsvoraussetzungen für eine Kinderwunschbehandlung.
Informationen zu Rechtsanwalt Philipp-Alexander Wagner und Kinderwunschrecht.
Informationen zum Thema unerfüllter Kinderwunsch.