OLG Köln lehnt Kostenübernahme für eine Polkörperdiagnostik (PKD) ab

Gemäß einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichtes Köln ist davon auszugehen, dass eine Polkörperdiagnostik (PKD) grundsätzlich nicht zum Umfang einer privaten Krankenversicherung gehört. Die PKD ermöglicht im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (IVF/ICSI) eine genetische Untersuchung der entnommenen Eizelle.

Versicherungsfall ist danach grundsätzlich eine medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen. Eine Polkörperdiagnostik mit dem Ziel, die Übertragung einer Gen-Mutation auf den Embryo zu vermeiden, zielt nach Auffassung des OLG Köln weder auf Heilung noch auf Besserung oder Linderung eines Leidens der Klägerin als versicherter Person ab, was Voraussetzung dafür wäre, sie als Heilbehandlung im Sinne des Krankheitskostenversicherungsvertrags der Parteien anzusehen

Nach Auffassung des OLG Köln stellt die PKD auch keine medizinisch notwendige Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten (gezielte Vorsorgeuntersuchungen)“ im Sinne der AVB dar, die ebenfalls als Versicherungsfall gelten würde. Von den AVB gemeint sind wiederum ersichtlich Untersuchungen und Krankheiten der versicherten Person, das ist hier die Klägerin, nicht aber Maßnahmen zur Selektion von Embryonen, die von einem Gen-Defekt befallen sind.

Ob eine Polkörperdiagnostik zum versicherten Umfang gehören, sollte jedoch in jedem Einzelfall anhand der individuellen Versicherungsbedingungen geprüft werden.

______________________________________________
Informationen zu den Leistungsvoraussetzungen für eine Kinderwunschbehandlung.
Informationen zu Rechtsanwalt Philipp-Alexander Wagner und Kinderwunschrecht.
Informationen zum Thema unerfüllter Kinderwunsch.