Aufwendungen für heterologe Insemination sind außergewöhnliche Belastungen

Aufwendungen eines Ehepaares für eine heterologe künstliche Befruchtung können als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen sein (Änderung der Rechtsprechung im BFH-Urteil vom 18. Mai 1999 III R 46/97, BFHE 188, 566, BStBl II 1999, 761). Organisch bedingte Sterilität eines Ehepartners ist nach dieser Rechtsprechung als Krankheit, d.h. objektiv als anomaler regelwidriger Körperzustand, einzuordnen. Dem Begriff der Linderung einer Krankheit wohnt gerade nicht inne, dass damit auch eine Behebung ihrer Ursachen verbunden ist. Von der Linderung einer Krankheit kann vielmehr schon dann gesprochen werden, wenn die ärztliche Tätigkeit auf die Abschwächung oder eine partielle oder völlige Unterbindung oder Beseitigung von Krankheitsfolgen gerichtet ist oder eine Ersatzfunktion für ein ausgefallenes Organ bezweckt wird  Bei einer mit heterologem Samen durchgeführten In-vitro-Fertilisation liegt nach den in den Berufsordnungen der Landesärztekammern enthaltenen Richtlinien zur Durchführung der assistierten Reproduktion eine medizinisch indizierte Heilbehandlung zur Überwindung der Sterilität eines Mannes vor.

Quelle: Urteil des BFH vom 16.12.2010

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